Nürnberg. Eine alte Stadt. Bei Weitem nicht die älteste Deutschlands. Aber eine Stadt, in der deutsche Geschichte gemacht wurde. Auf sehr gegensätzliche Weise. Die Reichstage gehören dazu. So 1356, als Karl IV. hier die Goldene Bulle erlässt, quasi die Verfassung des Heiligen Römischen Reiches. Hier werden seit Beginn der 15. Jahrhunderts bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts die Reichskleinodien aufbewahrt. Nürnberg ist eine Stadt, die wie kaum eine zweite für deutsche Geschichte steht. Die drei großen Stadtkirchen dieser Stadt. Und das Reichsparteitagsgelände, Symbol für all die Grausamkeiten von Massen- und Rassenwahn.

Die Stadtkirchen.

St. Sebald, die ältere der beiden mittelalterlichen Stadtpfarrkirchen. Im 13. Jahrhundert als Pfeilerbasilika auf den Fundamenten eines älteren Baus errichtet. Noch mit Elementen der romanischen Bauepoche. Aber bereits im Geist der Gotik. Erst spät, im 14. Jahrhundert, erfolgt die Umwidmung dieser Kirche vom St. Petruskirche in den heutigen Namen. Ein Kirchenbau, der in sich zu ruhen scheint. Auf sehr selbstverständliche Weise. In dem sicheren Wissen um sich selbst. Eben die „Ratskirche“ der Stadt.

St. Lorenz. Hoch ragt sie auf. Ein monumentaler gotischer Bau auf den Fundamenten einer kleineren Pfeilerbasilika. Beinah 100 m lang und 30 m breit. Das Mittelschiff 24 m hoch. Die Türme 80 m. Der Hallenchor wirkt ein wenig ‚angeflickt‘. Zumindest von außen. Innen ist er wie eine selbstverständliche Öffnung in das Licht des Tages, das den Stein schimmern, sein Spiel im Netzgewölbe beinah schwerelos erscheinen lässt.

Die Frauenkirche. Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau. Eine dreischiffige Hallenkirche aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Erbaut an dem Ort, an dem bis zum Pestprogrom 1349 eine Synagoge stand. So markiert häufig eben auch der Ort, an dem ein Bauwerk steht, deutsche Geschichte. Die Frauenkirche. Sie wirkt wie eine Monstranz, wie ein Kleinod selbst. Die Schwere des Steins löst sich in der Schlankheit der Säulen auf. Wird getragen vom Licht der Sonne, das in hellen Streifen den Bau durchflutet. Das gesamte Kirchenschiff beinah schweben lässt.

Die drei großen Stadtkirchen Nürnbergs. Während der Luftangriffe 1940-1945 stark zerstört. Mit vielen Mühen wieder aufgebaut. So alt sie wirken, so jung sind sie eben auch.

Nürnberg – die drei Stadtkirchen