Damaskus – junger Derwischtänzer in einem Restaurant in der Altstadt 12-2007

Erinnerungen an Syrien 2004 – 2008

schwarzweiße Impressionen der Alltäglichkeit

 

Die Einleitung zu diesen Bildern in schwarzweiß, die einen – sicherlich nur kleinen – Blick in die Alltäglichkeit des Lebens in diesem Land geben, fällt kurz aus. Die Wahrnehmungen, die Gefühle, die ganze Bitterkeit über die Zerstörung dieses armen und gleichwohl so schönen Landes sind in dem Text zu den farbigen Fotografien über Syrien 2004 – 2008 niedergeschrieben. Sie sind ein Versuch. Mehr nicht.

Damaskus – spät abends in der Altstadt 10-2007

Die Selbstverständlichkeit des Alltags, das Vertrauen der Menschen in den Gegenüber ist zerstört. Es sind die vielen kleinen Gesten, dies so gern Übersehene, weil so Wohlbekannte, die Bewegung, die so ganz nebenbei die Kommunikation begleitet. All dies ist zerstört. Die Gespräche mit Geflüchteten aus Syrien lassen die Verluste aufscheinen. Langsam, vorsichtig. Auch verdeckt durch Hoffnung. Wieder in ein Leben zu finden, in dem Angst nicht die Träume beherrscht und den Schweiß gerinnen macht.

Damaskus – im Handwerkerhof bei der Tekkiye Sulaimaniye Moschee 03-2008

Allerdings sollte dieser Blick nicht verstellen, dass Gewalt, nicht zuletzt staatliche Gewalt, Syrien unterfloss. Dem Fremden kaum sichtbar. In kleinen Andeutungen nur. In den Souqs, auf den Straßen der Städte waren andere Stimmungen, andere Bilder die vielen Facetten des Vordergrunds. Das war damals. Heute ist dies nur noch ein Film. Nachvollziehbar im Kino der Fotografie.

Nehmen sie die hier präsentierten Bilder in ihren schwarz-grau-weißen Tonungen als den Blick eines Besuchers, der in den Jahren 2004 bis 2008 viele Male in diesem Land war. Um ein Projekt durchzuführen primär. Der aber auch ein wenig Zeit hatte, viel zu lernen – nicht zuletzt über sich selbst. Über seine eigene Bedingtheit und überseine kulturell-gesellschaftlichen Gebundenheiten.

JvB – syrischer Alltag 2004-2008

Jürgen van Buer

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