390 Granada – Graffiti Plaza Santa Ana Transformationen 16-10-2016

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Granada
spielerische Mutationen von Graffiti, urbanen Skripts und Stadtphänomenen

Granada – playful mutations of graffiti, urban scripts and further city phenomena

Kurzkommentar: In dieser Fotoreihe sind spielerische Transformationen von Graffiti, urbanen Skripten und anderen Stadtobjekten aus Granada zwischen den Jahren 2010 und 2017 zu finden. Sie stellen das Ergebnis eines länger anhaltenden Kommunikationsprozesses zwischen den Objekten selbst, ihrer fotografischen Erfassung, meinen dadurch angeregten inneren Bildern und deren Ausarbeitung zu neuen visuellen ‚Erfindungen‘ dar. Sie sind neue, von ihrem Ursprung weitestgehend bis vollständig unabhängige Phänomene; daher besteht kein bedeutsamer Grund, zu deren Verstehen in den Bildkatalog „Granada – Grafitti und urbane Skripte“ zu schauen – es sei denn, man oder frau habe einfach Freude am Schauen.

Abstract: In this gallery you find my visual transformations, you could say my shenanigans, of graffiti, urban scripts and some other phenomena I found at Granada between 2010 to 2017. The photographic starting point for these partially radical transformation can be found in the catalogue about „Granada – Grafitti und urbane scripts“ on this website. The mutations presented here are the results of a long communicative process between the graffiti, scripts etc., their very conscious gathering by photographing them, following my inner pictures induced by these photos and working on these imaginations to create a new visualization. So, there is no deeper need to look on the visual starting points. The pictures here can be taking as playful imaginations of form and colour.

 

1030 Granada – Graffiti-Transformationen 27-04-2011

Graffiti, Mauerskripte, manchmal auch einfach ein paar aufgesprühte Linien. Sie unterlaufen die kontrollierte Farbigkeit des öffentlichen Raumes. Kontrolliert durch Menschen mit ausgerichteten Kompetenzen. Manchmal wohl auch mit Kompetenzen, die als vorhanden sind oder nur behauptet werden. Gegenreaktionen sind erwartbar. Geradezu unabdingbar. Vor allem dann, wenn die die Räume eingrenzenden Flächen beinah farblos sind.

Die hier präsentierten Bilder sind nicht die fotografisch erfassten Graffiti- oder Skript-Originale. Viele von den Letzteren sind unter dem Stichwort „Granada – Graffiti und urbane Skripte“ ebenfalls auf dieser Homepage zu finden. Die hier sichtbaren Bilder sind spielerische Mutationen. Ausgangspunkt war und ist immer, die Signale bewusst anzuschauen, die auf die Fläche aufgesprüht sind.

2510 Granada – Albaycín – Carmen 1 10-03-2016

Sie quasi visuell zu lesen und daraufhin zu befragen, inwiefern sich darin ein Bild öffnet. Inwiefern dieses – in welcher Verengung, Verdichtung etc. auch immer – zu einem Sujet werden kann, das mich beschäftigt. Wenn dies sich so andeutet, schließe ich die Augen und folge meinen Innensichten. Manchmal sind schon innere Bilder da. Manchmal entstehen sie erst langsam, beinah Zeile für Zeile. Manchmal lösen sie sich erst nach einiger Zeit von dem Hintergrund, vor dem sie zunächst nicht oder kaum erkennbar waren. Sehr konkret, nahe am Ausgansbild, können sie sein. Sie können aber auch rauschende Flüge durch Farbwelten sein, die kaum Gestalt annehmen, die zerfließen. Mit diffusen Linien, die sich bilden und dann nach und nach wieder auflösen.

1470 Granada – Graffiti-Transformationen 25-04-2015

Wenn ich die Augen öffne und dann das äußere Gesehene fotografiere, bleibt so etwas wie Erinnerung an das innen Geschaute. Es gewinnt Gestalt zurück bei der Bearbeitung des fotografischen Rohlings – und wird wiederum verändert. Bis ein Bild entstanden ist, das eine neue Wirklichkeit beinhaltet, eine neue Kommunikation zwischen Außen und Innen ermöglicht.

Es bleibt das Spiel. Der spielerische Versuch, bei dem das Ergebnis nicht feststeht, bei dem Zwischenschritte verworfen werden. Bei dem sich plötzlich auch ganz neue Wege der Visualisierung öffnen. Der aber auch dazu führen kann, die Datei zu löschen.

Es müssen nicht unbedingt Graffiti oder aufgesprühte Skripte sein, die einen solchen Prozess auslösen.

Es können auch die Feinstrukturen, Licht- und Schattenflächen, bröckelnder Putz und so Vieles mehr sein. Letztlich geht es um spielerische Veränderung, die die Tür öffnet zur Ergründung des eigenen Sehens und Schauens und Anlass gibt zu Nach-Denken.