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Sevilla. Hauptstadt der Autonomen Region Andalusien. Ca. 700.00 Einwohner. Hispalis, so der Name im Altertum. 712 von den Mauren erobert, 1248 zurückerobert von Ferdinand III. von Kastilien. Touristenmagnet. Altstadt, die Kathedrale Santa María de la Sede, der Alcázar. Und noch so Vieles mehr. Irgendwie klingt dies nach trockenen Informationen.

Sevilla gilt als Hauptstadt des Flamenco, auch wenn dieses Attribut dieser Stadt immer wieder streitig gemacht wird. Z. B. durch Granada. Die Karwoche (Semana Santa) mit ihren Prozessionen (s. das Fenster auf dieser Homepage) ist die Erinnerung an die Zeit zwischen dem Einzug Christi in Jerusalem, seinem Leiden am Kreuze und seiner Auferstehung ‐ wenn man denn dies so glauben mag. Und zwei Wochen nach dem Osterfest feiert ganz Sevilla die Feria de Abril, die Aprilmesse. 1864 gegründet als Handelsmesse. Diesen Charakter hat die Feria schon lange verloren. Die Calle del Infierno, die Straße der Hölle, ist eine Assoziation an die Lust, eigentlich an die Wollust des ausgelassenen Feierns. Oder an die Pasión, das Leid der Passion, die andere Seite andalusischer Gefühle. So als seien beide ‐ die alegría, die Heiterkeit, und die pasión Schwestern, die auch über die Zeit hinweg ihre enge Verbundenheit nicht verloren haben. Auch wenn die Schauflächen beider mit ihrem beeindruckenden Farben, Formen,Bewegungen und Lauten manchmal wie Schaubuden wirken. Aber die Feria ist die tief greifende Lust an der eigenen Präsentation ‐ fremde Besucher bleiben fremd.

Feria de Abril. Alegría. Heiterkeit ‐ ist das eine angemessene Übersetzung? Erfasst sie die Bedeutung des spanischen Begriffs in seinen Feinheiten, in seiner Leichtigkeit, in dem Drang, sich mit anderen den anderen zu zeigen, Teil eines fortwährenden Schwingens zu werden, des freudige Farbentaumels, der Wärme des Mittags auch und des gleißenden Lichts der Sonne. In Andalusien ist alegría eben etwas sehr Andalusisches, zeigt sich im spontanen Tanz auf den Plätzen ‐ auch wenn die Feria schon lange ihre Tore geschlossen hat.

Auf dieser Homepage sind Bilder zur Feria de Abril in Farbe wie auch in schwarzweiß zu finden. Beide Reihen drücken sehr unterschiedliche Seiten der Feria de Abril aus ‐ die farbigen Fotografien die Lust an der Selbstpräsentation, die schwarzweißen das Eingebunden‐Sein der Andalusier in ihre weit zurückreichenden Bilder von Mann‐Sein und von Frau‐ Sein. Aber auch den Wandel.
Feria de Abril. Es macht einfach Lust, wiederzukommen, auch wenn der Besucher oder die Besucherin ein wenig fremd verbleibt.