Berlin - Brandenburger Tor 14-02-2017

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Berlin   –   schwarzweiße City-Etüden

Berlin-Fotos sind präsent. Oder besser: Fotos aus Berlin sind präsent. Überall. Gleichwohl, wohin man schaut. Nicht nur in Berlin selbst. In den Souvenirläden. In den Museen. Und vor allem in den jede Sekunde rasant zunehmenden Selfies. Und ihrer Vervielfachung, wenn sie unmittelbar nach ihrem Entstehen gepostet werden. Warum also noch Fotos aus Berlin präsentieren?

Sony-Center 07-02-2017
Sony-Center 07-02-2017

Eine Begründung könnte sein, nicht Fotos aus Berlin, sondern Berlin-Fotografien öffentlich zugänglich zu  machen. Aber auch hier gibt es eine kaum zu über- schauende Vielzahl von Präsentationen – in Bildbänden, auf Postern. Eigentlich in beinah allen medialen Formaten.

Warum also die ganze Arbeit für eine weitere Präsentation machen? So richtig weiß ich es auch nicht. Aber da ist so eine Idee. Nämlich dass die hier gezeigten Fotografien einen ihnen eigenen Zugang zu dem Phänomen „Berlin“ öffnen könnten. Nicht   d e n   Zugang, vielleicht auch nicht einen wichtigen, einen von zentraler Bedeutung. Einen vielleicht ungewohnten Zugang jedoch.

Postfuhramt 11-06-2011
Postfuhramt 11-06-2011

Mit veränderten, mit verändernden Blicken auch auf das, was jede/r kennt in Berlin – oder zu kennen glaubt. Spannend – auch für den Fotografen selbst, Strecken in Berlin zurücklegt, gewohnte wie auch ungewohnte, könnte es sein, bei dem Machen und Ausarbeiten der Fotografien von dem Gedanken der Etüde auszugehen.

Zu versuchen, das Flüchtige des Moments, die Lichtstimmung, die atmosphärische Verdichtung oder auch Nicht-Verdichtung in Etüden ihrer Flüchtigkeit zu entheben und damit ihre Zeitlichkeit anders zu fassen. Nicht in farbigen Etüden. Berlin ist doch so farbig, bunt, teils mit einer ganz eigenen Farbigkeit behaftet. Vor allem wenn der Staub der Stadt sich auf die Flächen heftet und diese je nach Licht schimmern macht – oder die Farbigkeiten einfach nur gräulich überformt.

Holocaust Denkmal 14-02-2017
Holocaust Denkmal 14-02-2017

Nicht in farblichen Etüden, sondern in schwarzweißen, in denen Perspektivität als nicht neues, aber als ein Gestaltungsmittel, doch noch einmal hin- und nachzuschauen. Etüden auch, weil die meisten der Fotografien so en passent entstanden sind. Im Vorübergehen, weil der Fotograf immer eine Kamera in seinem Rucksack ‚mitschleppt‘. Auch zu seinen dienstlichen Terminen. Eben immer.

Sollte dies den hier vorgestellten Fotografien gelingen – oder auch nur einigen wenigen, wäre das Ziel erreicht. Also viel Freude, ein wenig Überraschung – und vielleicht ein wenig Staunen. Vielleicht.

Jürgen van Buer

Potsdamer Platz 12-2011
Potsdamer Platz 12-2011